Astronomie Aktuell:

 

Der Sternenhimmel im MĂ€rz 2018

 

von Raoul Fiebig

 

 

FrĂŒhlingserwachen am Sternenhimmel

 

Der abendliche Sternenhimmel nimmt im MĂ€rz deutlich frĂŒhlingshafte ZĂŒge an, und die Sternbilder des Wintersechsecks verlagern sich in Richtung Westhimmel. Sirius, der hellste Fixstern am irdischen Nachthimmel, funkelt hell strahlend nahe dem SĂŒdwesthorizont, dem der HimmelsjĂ€ger Orion und der Stier auch schon bedeutend nĂ€her gekommen sind. Die markanten Formationen Fuhrmann und Zwillinge stehen zwar noch recht hoch am Himmel, tĂ€uschen aber nicht darĂŒber hinweg, daß die Winterszenerie ihre Glanzperiode bereits hinter sich hat. Auch der Stier mit dem rotleuchtenden Hauptstern Aldebaran steht im Westen vor dem Abschied vom abendlichen Himmel.

 

FrĂŒhlingsdreieck meldet seine Regentschaft an

 

Die bekannten FrĂŒhlingssternbilder schicken sich indes an, die Regentschaft am Firmament zu ĂŒbernehmen, allen voran der gewaltige Löwe, der sich schon fast bis zur SĂŒdrichtung emporgeschwungen hat. Die Jungfrau mit dem Hauptstern Spica sowie der Bootes mit dem rötlichen Arkturus folgen in gebĂŒhrendem Abstand. Gemeinsam mit Regulus im Löwen bilden Arkturus und Spica das markante FrĂŒhlingsdreieck. Hoch ĂŒber den Köpfen der Betrachter, nahe dem Zenit, zieht das wohl berĂŒhmteste Sternbild die Blicke auf sich: Der Große Wagen. Der Schwung der Wagendeichsel weist auf Arkturus und weiter zu Spica, und wenn man die hinteren beiden Kastensterne etwa fĂŒnfmal in Richtung Norden verlĂ€ngert, gelangt man zum Polarstern, der zugleich die Deichselspitze des Kleinen Wagens markiert.

 

Volkssternwarte Paderborn lÀdt zur "Nacht der Teleskope"

 

Im Nordwesten findet sich das auffĂ€llige Himmels-W der Kassiopeia, die als Zirkumpolarsternbild aufgrund ihrer NĂ€he zum Himmelspol niemals unter den Horizont sinken kann. Das Himmels-W steht inmitten des leuchtenden Bandes der Milchstraße, das sich in einem leicht westwĂ€rts gerichteten Bogen von SĂŒden zum Nordhorizont spannt, wo einsam die hellen Sterne Wega in der Leier und Deneb im Schwan funkeln und davon kĂŒnden, daß in wenigen Monaten der Sommer Einzug halten wird. Einen ausfĂŒhrlichen Überblick ĂŒber den aktuellen Sternenhimmel mit zahlreichen Beobachtungstips gibt Wolfgang Dziran am 29. MĂ€rz 2018 um 19:30 Uhr im Rahmen des Vortrags "Astronomie aktuell: SpaziergĂ€nge auf dem Mond". An einem sternklaren Abend im Zeitraum vom 20.-23. MĂ€rz 2018 plant die Volkssternwarte Paderborn zudem eine Nacht der Teleskope, bei der mit mobilen Fernrohren beobachtet wird.

 

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr gibt es zwei Vollmonde innerhalb eines Kalendermonats. Der erste im MĂ€rz 2018 erstrahlt am Monatszweiten im Löwen. Im letzten Viertel, auch als abnehmender Halbmond bezeichnet, zeigt sich der Erdtrabant am 9. MĂ€rz 2018 im SchlangentrĂ€ger. Neumond ist am frĂŒhen Nachmittag des 17. MĂ€rz 2018. Der zunehmende Halbmond - das erste Viertel - wird am Nachmittag des 24. MĂ€rz 2018 erreicht. Ein zweites Mal als Vollmond zeigt sich unser kosmischer Nachbar am letzten Tag des Monats vor den Sternen der Jungfrau.

 

Tagundnachtgleiche / FrĂŒhlingsbeginn am 20. MĂ€rz 2018

 

Am 20. MĂ€rz 2018 um exakt 17:15 Uhr MEZ beginnt der astronomische FrĂŒhling. Doch wie ist es möglich, diesen Zeitpunkt minutengenau anzugeben, und was verbirgt sich dahinter? Unsere Erde umrundet in ca. 365 Tagen (entspricht einem Erdenjahr) die Sonne. Bedingt durch die SchrĂ€gstellung der Erdachse gegenĂŒber der Bahnebene unseres Heimatplaneten von 23,5° entstehen die Jahreszeiten. Im Sommer der nördlichen HemisphĂ€re weist der Nordpol der Sonne entgegen. Diese erreicht auf der Nordhalbkugel ihre grĂ¶ĂŸtmöglichen Höhen am Himmel und geht jenseits des Polarkreises um den Sommeranfang herum gar nicht mehr unter. Im Winter verhĂ€lt es sich genau anders herum: Die Sonne steht selbst zur Mittagszeit recht tief am Himmel und die Tage sind entsprechend kurz. Nördlich des Polarkreises herrscht die Polarnacht. Ähnlich wie auf der Erde gibt es auch am Sternenhimmel ein Koordinatensystem. Dieses kann man sich als das an den Himmel projizierte Koordinatensystem der Erde vorstellen. Der HimmelsĂ€quator verlĂ€uft ĂŒber dem ErdĂ€quator und die Himmelspole sind in VerlĂ€ngerung der irdischen Pole zu finden. Die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn - tatsĂ€chlich die Umlaufbahn der Erde um unser Zentralgestirn, bildet mit dem HimmelsĂ€quator den bekannten Winkel von 23,5°. Den Zeitpunkt, an dem die Sonne von der Erde aus betrachtet den HimmelsĂ€quator nach Norden ĂŒberschreitet, bezeichnet man als FrĂŒhlingsanfang oder auch Tagundnachtgleiche. Von diesem Tag an sind die NĂ€chte kĂŒrzer als die Tage. Zugleich steht die Sonne an diesem Tag ĂŒber dem Äquator im Zenit, also senkrecht ĂŒber dem Beobachter. Drei Monate spĂ€ter, am 21. Juni 2018, wird sie zur sogenannten Sommersonnenwende den höchsten Punkt der Ekliptik - 23,5° nördlich des HimmelsĂ€quators - erreichen. In der Folge werden die Tage langsam wieder kĂŒrzer.